Donnerstag, 21. Mai 2015

Leserbriefe in der Badischen Zeitung



BAD SÄCKINGER SPITAL
Der Wille des Bürgers zählt nicht?
Zur Diskussion um die mögliche Schließung des Spitals Bad Säckingen erreichten die Redaktion folgende Leserbriefe:
Bei der Veranstaltung kürzlich im Kursaal Bad Säckingens sagte Bürgermeister Albers aus Waldshut: "Sie werden es nicht verhindern können, dass die Kliniken in Bad Säckingen und Waldshut schließen und auch nicht, dass die Fallpauschalen abgeschafft werden." Ich traute meinen Ohren nicht. So also denkt ein Bürgermeister über die Wähler! Wen wundert’s, dass immer weniger Bürger zur Wahl gehen. Gesagtes bestätigt ja, was viele denken: Die da oben machen sowieso, was sie wollen! Der Wille des Bürgers zählt nicht? Na, wenn das mal nicht schief geht!

Tage später berichtet die Presse von verspäteten Eintreffen der Rettungsdienste im Notfall. Im Höchstfall soll ein Notarzt in 15 Minuten am Einsatzort sein. Der Bereich Waldshut steht heute in Baden-Württemberg am schlechtesten da, nur 89,5 Prozent sind "regelrecht". Wie wird das in Zukunft sein? Kein Krankenhaus in Bad Säckingen und Waldshut. Bis ein Patient Albbruck erreicht, ist er schon tot? Dabei wissen wir doch, dass es im Notfall auf jede Minute ankommt. Auf der "Traumstraße des Südens B 34" im Berufsverkehr ist er mit Sicherheit tot. Wie wollen Sie, Herr Albers, das verantworten? Ist es nicht besser, zwei kleinere Kliniken gut auszustatten, sodass die Erstversorgung in jedem Fall gewährleistet ist? Dies sollte auch im Hinblick auf die immer älter werdende Bevölkerung wichtig sein. An meinem Arbeitsplatz zähle ich die Hubschraubereinsätze, pro Woche sind es mindestens zwei, das bedeutet für mich, Patienten sind gut erstversorgt und werden dann je nachdem nach Krozingen, Freiburg, Basel oder Zürich geflogen. Hätten diese Patienten eine Chance in Albbruck?

Sie, Herr Bürgermeister Albers, Sie, Herr Landrat und Sie, Damen und Herren Kreisräte, sind im Namen Ihrer Wähler aufgefordert, zum Wohle der Bürger zu handeln. Ulla Medau, Bad Säckingen




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Wo bleibt der Mensch dabei?
In Bad Säckingen und Waldshut sowie einigen Standorten im Kreis Lörrach sollen aus Kostengründen die teilweise modernisierten Kliniken geschlossen werden. Um "Kosten zu sparen" soll in Albbruck eine neue Klinik gebaut werden. Erste Zahlen sagen 114 Millionen Euro, am Ende werden es dann vermutlich zwischen 150 und 200 sein, wir kennen das ja von anderen Projekten in Deutschland.
Aber mal abgesehen vom Geld: Wo bleibt der Mensch dabei? Anfahrtswege verdoppeln sich für viele Patienten und zuverlässiges Personal wird arbeitslos, nur damit vielleicht mal leicht schwarze Zahlen geschrieben werden.

Dann haben wir eine Kreisstadt ohne Klinik und eine Kurstadt ohne Klinik, dafür in der Mitte eine, die qualitativ nicht besser sein wird, in der Personal und Patient aus Zeitmangel noch mehr zur Nummer verkommen, wie es heute schon in den großen Unikliniken der Fall ist. Ist Gesundheit nur noch ein Geschäft, oder hat die Politik die verdammte Pflicht, sich um eine gute Krankenversorgung des eigenen Volkes zu kümmern? Wie wäre es denn, wenn man 20 Prozent der veranschlagten Neubaukosten in das Spital Waldshut und weitere 20 in das Spital Säckingen steckt? In Bad Säckingen könnte man sich verstärkt auf Herz-Kreislauf-Krankheiten spezialisieren und in Waldshut auf Krebs und Kinderheilkunde. Wäre das nicht sinnvoller? Das kostet bedeutend weniger Geld und erhöht die Qualität. Manfred Zeller, Murg

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